Ein Student bittet um Ruhe

Eichstätt

Uni Eichstätt // Danke für das Bild an Sebastian Driemer

Klack, klack, klack machen die Pumps. Und. Zerhacken. So. Ständig. Die. Gedanken. Wer geht da durch die Gänge? Streift von Regal zu Regal? Zieht irgendwann ein Buch aus der langen Reihe, leise schnurrend, wenn Stoffeinband über Stoffeinband reibt? Das Mädel aus der Mensa?

Eigentlich sollten Studenten in der Bibliothek lernen oder Literatur für das nächste Referat recherchieren. Aber eine Bib, Bibo, Bibliothek ist viel mehr als ein Wissensberg: Hier können Bibster-Hipster ihre neuesten Trophäen präsentieren, die Röhrenjeans, die Jutetasche, den Schnäuzer. Hier können Faule so tun, als würden sie lernen. Hier können Singles ihren Schwarm anflirten, unbeobachtet zwischen den Metallregalen. Pumps können natürlich helfen, das anzubahnen: Sie machen aufmerksam.

Nur gefällt das nicht jedem: In der Journalistik-Bibliothek der Universität Eichstätt hängt seit einigen Wochen ein Zettel an der Säule: „Bitte leise stöckeln!“ Gernot Lorenz, der stellvertretende Leiter der Teilbibliothek, weiß nicht, wer ihn angeklebt hat. Eigentlich, sagt er, würden sie solche Zettel entfernen, dieser aber dürfe bleiben, er schildere einfach zu treffend das Problem. Schließlich würden sie die Anliegen der Nutzer ernst nehmen, und die Bib sei nun mal ein wichtiger Lebensmittelpunkt, in dem Studenten einen Großteil ihrer Zeit verbringen. Außerdem vermutet Lorenz: „Gegenseitige soziale Kontrolle der Nutzer ist wirkungsvoller als obrigkeitliche Bestimmungen durch die Bibliotheksleitung.“

Recht hat er: Einige Damen tippeln nur noch auf Zehenspitzen durch die Gänge. Hauptsache sie steigen jetzt, im Sommer, nicht auf Latschen um. Die. Flip. Nerven. Flop. Mindestens. Flip. Genauso. Flop.

Getaggt mit , , ,

2 Gedanken zu „Ein Student bittet um Ruhe

  1. ausgesucht sagt:

    „Klappern gehört zum Handwerk” und – (offensichtlich) unüberhörbar! – Stöckeln zum Fußwerk 😉

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  2. gefunden sagt:

    btw: die Teilbibliothek ist mir gut bekannt – nicht nur die Journalisten werden da „beklappert“ .. auch sämtliche anderen Etagen dürfen in den Genuß kommen, da es keine geschlossenen Decken in den Gebäude gibt (ausser Dach und Kellergeschoß ;))

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