Schlagwort-Archive: Verschnupft

Immer auf die Kleinen

Wühlmäuse

Dank an Thomas Gompf‎

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Armleuchter

Zettelgold 123

Hamburg // Gloria // Bellealliancestraße // Dank an Per Völkel

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Voll die Flaschen!

Zettelgold_79

Hannoversch Münden // Dank an Daniel Fuchs

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Kein Herz für Räder

Berlin, Nauener Platz, Roland R.Berlin // Nauener Platz // Dank an Roland Rangl

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Abu, 45, wehrt sich gegen Kinder

FLN-4771

Boston // East Broadway

Sie hatten nicht um Schutzgeld gebeten, trotzdem zahlte er. „Gratis-Cola für alle“, flehte er, „nur bitte, bitte, hört endlich auf.“ Sie nahmen die Cola und machten weiter.

Sie, das sind „kleine Terroristen“, „Unruhestifter“ oder „Unschuldsengel“, je nachdem wer spricht. Sie, das sind Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren, sie leben in South Boston im US-Bundesstaat Massachusetts. Früher wohnten in dem Stadtteil vor allem Arbeiter, heute folgt Biergarten auf Café auf Nagelstudio. Die Mieten steigen. Jetzt, im Sommer, fahren hin und wieder Geländewagen über die Hauptstraße, den East Broadway, an den Bushaltestellen schmiegen sich Wartende an Hauswände, bloß raus aus der Sonne. Jugendliche sieht man nirgends.

Er, das ist Geschäftsmann Abu, 45 Jahre ist er alt. Abu ist klein, trägt Brille und spricht Englisch mit starkem Akzent, obwohl er vor fast einem Vierteljahrhundert von Bangladesch in die USA gezogen ist. Er wiederholt geduldig seine Sätze und lächelt Fehler weg.

Vor mehr als zehn Jahren hat er am East Broadway einen Kiosk übernommen, er verkauft „Boston Globe“, „New York Times“, Schokoriegel, Kaffee, Cola und Eis aus dem Automaten. Glaubt man Abu, dann helfen die Automaten den Kindern, leere Nachmittage zu füllen. Glaubt man Abu, dann drücken sie ständig auf die Knöpfe und lassen solange Cola in den Abschluss fließen, das Eis, den Kaffee, bis ein Mitarbeiter sie stoppt. Nicht, weil sie es trinken wollen, sondern weil es Spaß macht. Oder, wie Abu sagt: „Ohne Grund.“

Er habe mit Eltern gesprochen, sagt Abu, mit Lehrern und der Polizei. Die Polizei habe gefordert: „Verrate du uns, wie wir das Problem lösen sollen.“ Warum sie nicht mit den Eltern reden, fragte Abu. Das würden sie tun, habe der Polizist gesagt. Die Eltern aber würden nicht fragen: „Was hat mein Kind angestellt?“ Sondern: „Warum belästigen Sie mein Kind?“ Das Problem, sagt Abu, seien Mutter und Vater, nicht Sohn und Tochter. Manche Eltern neigen nun mal dazu, in jeder Lausbubentat einen Geniestreich zu vermuten und vergessen dabei, ihre Kinder zu erziehen.

Bei der Polizei kann sich heute niemand mehr an das Gespräch von damals erinnern. Auch gebe es in den Akten keine Berichte über Kinder, die Ladenbesitzer terrorisieren. Immerhin hängt nur ein Geschäft weiter, ein Friseur, ein Schild in der Tür: Es untersagt Kinder unter 16 Jahren den Zutritt, es sei denn ein Erwachsener begleitet sie. Kinder würden immer wieder etwas fallen lassen, sagt eine Mitarbeiterin. „Und wer zahlt das dann?“

Irgendwann, vor acht Jahren etwa, habe ein Polizist ihn auf eine ähnliche Idee gebracht: Warum er nicht einen Zettel in die Tür klebe? Das hat Abu getan, erst verbot er Kindern in etwas ungelenkem Englisch, den Laden zu betreten, später formulierte eine Kundin für ihn: „Sorry, no more than two kids allowed at a time in the store unless accompanied by parent or guardian.“ Was Gratis-Cola nicht zu bewirken vermochte, schaffen seitdem klare Worte: Abu hat endlich Ruhe.

Dabei, sagt Abu, habe er nichts gegen Kinder, nein, er liebe sie sogar sehr.

Haben Sie selbst Kinder?

„Ja, zwei. 6 und 17 Jahre alt.“

Machen die auch manchmal Ärger?

„Nein. Nie! Ich bin ein stolzer Vater.“

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Pfui!

Hamburg, Methfesselstraße II

Hamburg // Methfesselstraße

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